Nun ist es also passiert - die sächsischen Schülerinnen und Schüler haben die bayerischen bei PISA 2006 überholt.
Der Vorsprung ist zwar gering und sicher nicht als eindeutiger Beleg für eine Überlegenheit des sächsischen Schulsystems zu sehen, aber einige interessante Aspekte für die Weiterentwicklung des Schulsystems stellen sich meiner Meinung nach aus diesem Ergebnis schon:
Sachsen hat überwiegende Lehrkräfte im Angestelltenverhältnis, in Bayern werden Lehrkräfte in der Regel verbeamtet.
Sachsen verliert immer noch Bevölkerung durch Abwanderung, Bayern bleibt stabil oder gewinnt durch Zuwanderung. Weniger Schülerinnen und Schüler führen einerseits zu kleineren Klassen, andererseits zu Schulschließungen und Reformdruck.
Das sächsische Schulsystem in der Sekundarstufe unterscheidet nur zwischen Mittelschule und Gymnasium, wobei die Klassen 5 und 6 als Orientierungsstufe mit der Möglichkeit des leichten Wechsels gestaltet sind. Bayern dagegen sortiert nach der 4. Klasse in Hauptschule, Realschule und Gymnasium und hat die lange Zeit bestehende gemeinsame 5. und 6. Klasse für Haupt- und Realschüler abgeschafft.
Überspitzt formuliert bedeutet das: In Bayern lastet der Druck der Selektion auf den Schülerinnen und Schülern - es gibt ja genügend. In Sachsen lastet der Druck eher auf den Lehrkräften und Schulleitungen.
Wer kann wohl besser damit umgehen?


